Stolperfalle Linksammlung: Was ist falsch an Linktree?

Das kennst du auch: Du möchtest auf deinem Instagram-Profil deine Website hinterlegen, hilfreich für deine Besucher wäre aber auch gleich der Link zu deinem Kontaktformular. Und dann ist da noch dein Impressum, das als Pflichtangabe auch bei Instagram hinterlegt werden muss. Du musst dich entscheiden, denn alles geht nicht. Instagram gibt dir standardmäßig nur die Möglichkeit, einen einzigen Link zu platzieren – und zwar in deiner Biografie. Aber manchmal reicht einfach nicht ein einziger Link in deiner Instagram-Bio. Manchmal muss es eben mehr sein. Und genau hier kommt ein Linkbaum ins Spiel. 

Ein Linkbaum ist im Grunde nichts anderes als eine Landingpage, auf der die Besucher eine übersichtliche Sammlung von mehreren Urls finden. Das bedeutet, du brauchst nur Platz für genau eine URL, nämlich die, die zu deiner Landingpage mit der Linkliste führt. Es gibt viele (kostenlose) Tools, die dir bei der Erstellung von so einer Linksammlung helfen.

Viele Unternehmen, Selbstständige und Blogger schwören auf Linktr.ee – es ist das bekannteste Tool unter Ihnen. Ich so gar nicht. Nein, ich rate sogar konsequent von der Verwendung ab.

Warum dir linktr.ee mehr schadet als es nützt

Mit Linktr.ee erstellst du ganz einfach, intuitiv eine einzelne Seite, die wiederum auf andere Seiten verlinkt – und zwar so viele Du willst. Das bedeutet im ersten Moment eine schnelle und einfache Lösung für das oben beschriebene Platzproblem. Genial gedacht, oder? Leider hapert es an der Umsetzung. 

Das fängt schon bei dem Design an. Linktr.ee stellt dir kostenlos einige wenige Vorlagen zur Verfügung. Möchtest du mehr Auswahl, wirst du mit etwa 5 € (6 $) zur Kasse gebeten. Aber das ist nicht alles:

Du schickst deinen Traffic an viele Orte - nur eben nicht zu dir!

Instagram möchte seine Nutzer so lange wie möglich auf der eigenen Plattform behalten, dies ist mit ein Grund, warum du nur einen anklickbaren Link hinterlegen kannst. Verwendest du einen Linktree, schickst du potenzielle Kunden aber wieder erst einmal an einen anderen Ort, baust eine erneute Hürde ein, bevor sie endlich an das Ziel, also auf deine Website kommen. Erfahrungsgemäß springen viele Besucher auf dem Linktree ab und gehen so verloren (ließ weiter für Tipps, die gegen eine hohe Absprungrate helfen). Auch aus SEO-sicht ein nicht irrelevanter Punkt: Je mehr Traffic deine Website generiert, desto „wichtiger“ wertet Google sie und desto höher wird sie in den Suchanzeigen gerankt.

Warum ich aber konsequent von dem Tool abrate und damit der wichtigste Punkt, warum du Linktr.ee nicht nutzen solltest: Die Verwendung ist nicht datenschutzkonform und kann im schlimmsten Fall zu einer Abmahnung führen! Denn Link.tree trackt mit Öffnen der Seite alle Seitenaufrufe sowie Klicks und setzt Cookies. Linktr.ee trackt zudem sofort und OHNE Hinweise oder die Einwilligung der Nutzer einzuholen, denn sie verzichten auf einen Cookie-Banner und geben dir auch keine Möglichkeit selbst ein Consent Tool einzubinden (noch ein Punkt der nicht datenschutzkonform ist). Und übermitteln diese unrechtmäßig gesammelten Daten an einen Server in den USA. Du denkst dir jetzt vielleicht: Na und? Server in der USA hat Google Analytics auch und die tracken ebenso. Ja, das stimmt aber Google sammelt im Gegensatz zu Linktr.ee europäische Daten im europäischen Ausland und sie geben dir die Möglichkeit, einen Datenverarbeitungsvertrag abzuschließen (übrigens ist dieser Vertrag in der DSGVO verordnet und Pflicht, wenn du Analytics nutzt). Du siehst, Linktr.ee solltest Du vermeiden.

Aber eine Linkliste kannst du dennoch verwenden – es gibt nämlich Alternativen!

Beliebte Linktree Alternative: Bio-Link-Website von Canva

Eine Alternative zum altbekannten Anbieter ist Canva. Ja, richtig – Canva hat seinen Sitz zwar auch in den USA verarbeitet, die Daten europäischer Nutzer aber auf Grundlage von europäischen Gesetzen und Vorschriften. Das Unternehmen hält sich laut seiner Datenschutzerklärung somit auch an die DSGVO.

Die Landingpage wird von Canva gehostet, das bedeutet, du kannst sie auch problemlos verwenden, wenn du keine eigene Website hast, cool oder?

Du willst selbst eine Übersichtsseite für deine Links in Canva erstellen? Ich zeig dir wie! Swipe einfach durch die Galerie für eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Um dir die Arbeit zu erleichtern, schenke ich dir eine kostenlose Vorlage. Melde dich jetzt für unseren Newsletter an, um sie sofort zu downloaden. Du kannst das Canva-Template so verwenden wie es ist, oder in wenigen Klicks ganz einfach deinen individuellen Bedürfnissen anpassen.

Kostenlose Linksammlung Vorlage

Mehr Links für Instagram: eigene Landingpage

Wie versprochen gebe ich dir noch einige Tipps mit, wie du deinen Linkbaum so gestaltest, dass möglichst viele Besucher “den nächsten Schritt wagen” und auf einen Link klicken. Was im Umkehrschluss bedeutet: mit diesen einfachen Tipps gelinkt es dir, die “Hürde” für deine potenziellen Kunden zu minimieren und mehr Menschen auf deine URLs zu leiten. 

Wenn schon einen Linkbaum, dann aber richtig!

Der wohl beste, einfachste und eleganteste Weg deine URLs übersichtlich zu sammeln, ist eine eigene Landingpage auf deiner Website. Wenn du bereits eine eigene Website hast, kannst du in wenigen Minuten eine neue Unterseite hinzufügen. Noch einfacher wird es, wenn du für deine Website ein Baukastensystem verwendest. Wir nutzen beispielsweise Elementor*, um super easy neue Seiten anzulegen. Achte darauf, dass deine Linksammlung nicht in deinem Menü erscheint und für die mobile Nutzung optimiert ist. Die Vorteile einer eigenen Landingpage: die Seite ist superschnell erstellt, kostenlos und du leitest deine Besucher direkt auf deine eigene Website – dem Ort, an dem du deine Produkte/Dienstleistungen verkaufst. Ganz ohne Umwege. Nebenbei erhöhst du auf diese Weise auch noch deinen Traffic, was wiederum ein positives Signal an Google vermittelt.  

  • Was ist dein Ziel?

    Mit jedem Link, verfolgst du ein bestimmtes Ziel, seien es Newsletter-Abonnenten, Blog-Leser, Terminvereinbarungen oder Käufe. Halte dir also vor den Augen was dein Ziel ist und wie du es am besten erreichst. Deine Linksammlung soll dich dabei unterstützen, deine Interessenten an diese Ziel zu bringen.

  • Evergreen Content

    Linkbäume sind fast so aufwendig zu pflegen, wie echte Pflanzen - denn sie müssen regelmäßig überprüft und aktuell gehalten werden. Aus diesem Grund, eignen sich für deine Linksammlung vor allem solche Seiten, die nicht oft geändert werden. Deine Über-Mich-Seite zum Beispiel, dein Online-Shop anstelle eines einzelnen Produktes, dein Blog anstelle eines einzelnen Artikels. Vermeide ebenfalls, zeitgebundene (Rabatt)Angebote in deinem Linktree zu bewerben. Nichts verärgert potenzielle Kunden mehr, als falsche Hoffnungen und abgelaufene Aktionen.

  • Kurz & Simpel

    Erinnerst du dich daran, wie ich oben beschrieben habe, dass ein Linktree eine weitere Hürde für deine Kunden darstellt? Ganz oft liegt der Grund darin, dass die Sammlung zu viele Buttons enthält. Mir Linksammlungen mit über 12 URLs begegnet - das wirkt eher überfordernd als besonders hilfreich. Wir treffen fast 20.000 Entscheidungen am Tag. Wahnsinn, oder? Überforder deine potenziellen Kunden also nicht mit zu viel Auswahl, sondern halte deine Sammlung so kurz wie möglich. Nutze maximal drei Links.

  • Kommuniziere klar

    Würdest du hinter "Werde Teil vom Bienennest" eine Newsletteranmeldung vermuten? Eher nicht, oder? Deine potenziellen Kunden vermutlich auch nicht. Kommuniziere klar und deutlich, was sich hinter den einzelnen Links verbirgt - und vermeide in diesem Zusammenhang auch spezielle Begriffe, die nur deine Community kennt. Es ist zwar schön, wenn ihr Insiderbegriffe etabliert habt, aber nicht alle Linkbaumbesucher werden diese kennen und verstehen.

  • branding. branding. branding

    Dein Außenauftritt schafft Vertrauen, weil deine Follower ihn wiedererkennen und mit bestimmten Werten verbinden. Das macht dein Branding so wichtig. Auch für deine Linksammlung. Gestalte sie in deinem Branding, schaffe ein einheitliches Bild. Die Besucher deines Linktrees sollen sofort wissen, dass es eine sichere Seite ist, weil sie von dir kommt. Das spielt eine besonders wichtige Rolle, wenn du sie von dort, direkt in deinen Online-Shop weiterleiten willst. Wenn deine Kunden sich nach dem Klick auf deinen Linktree fragen, wo um Himmels willen sie gelandet sind, hast du verloren.

  • Denk an deine URL

    Der letzte Tipp klingt banal aber wird oft vergessen: denk daran deine URL ansprechend zu gestalten. Wenn du deine Landingpage mit Canva erstellst, ist der entsprechende Link super lang und eine Mischung aus Buchstaben und Zahlen - also alles andere als einfach zu merken. Nutze in diesem Fall am besten einen Linkshortener. Ein datenschutzkonformer Anbieter ist T1p.de.

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